7 Wege als Handwerksunternehmer ins Gras zu beißen

7 Wege als Unternehmer ins Gras zu beißen

7 Sünden? Sicher habe ich davon schonmal gehört. Aber mir wurde eigentlich erst ziemlich spät bewusst, dass ich gerade als Handwerksunternehmer Gefahr laufe, diese zu begehen. Ich schaute mir damals an, wie sie denn genau heißen und was sie bedeuten. Dann habe ich das Ganze auf mich und mein Unternehmen abgeleitet. Als nächstes musste ich ehrlich zu mir selbst sein:

Habe ich in meinem Handwerksunternehmen gesündigt?

Wenn ja, hätte das so ausgesehen:

Hochmut

Ich bin der Handwerksunternehmer, also läuft alles nur über mich. Ich weiß, wo vorne ist und mache das auch deutlich, wann immer es geht. Einen Widerspruch lasse ich gar nicht erst aufkommen, weil ich meinen Mitarbeitern, gar nicht das nötige Wissen gebe, um sich in meine Angelegenheiten einzumischen.

Doch die Wahrheit ist: Bevor ich meine Mitarbeiter führen kann, muss meine Selbstführung und die Wertschätzung meiner Mitarbeiter gegenüber stimmen. Das bedeutet, dass ich durch meine Führung die Aufgabe habe, meine Mitarbeiter erfolgreich zu machen. Das gelingt mir aber nur, wenn ich bereit bin, mich auch mal zurückzuhalten und meinen Mitarbeitern den Vortritt zu lassen.

Geiz

Wissen bedeutet Macht! Und dieses Wissen gehört mir allein. Meine Mitarbeiter brauchen davon nichts, denn sie sollen ja unwissend bleiben, damit ich auch weiterhin die Entscheidungen treffen kann.

Keine gute Einstellung, denn in Sachen Führung geht es doch darum, für die Selbstführung meiner Mitarbeiter zu sorgen. Dazu muss ich sie auch mit den nötigen Informationen der Baustelle versorgen. Ich bin dann derjenige, der ihnen die gemeinsame Richtung vorgibt. Hier darf ich nichts dem Zufall überlassen, denn am Ende des Tages bin ich mit meinem Handwerksunternehmen kundenorientiert.

Ziel und Auftrag muss ich meinen Mitarbeitern so vermitteln, dass sie das auch selbstständig umsetzen können.

Zorn

Es ist mir egal, dass meine Mitarbeiter nicht gut auf mich zu sprechen sind, solange sie eingeschüchtert sind, mache ich alles richtig. Sie können mit mir sprechen, aber ich lasse sie nicht auf Augenhöhe kommen. Wenn wir schon reden, mache ich meine Mitarbeiter runter. Denn Druck und Kontrolle sind die Mittel, die ich zur Mitarbeiterführung bevorzuge.

Das kann ja nur schiefgehen. Wenn ich führe, muss ich in der Lage sein, das Potential meiner Mitarbeiter zu erkennen. Dann liegt es auch an mir, alles dafür zu tun, dass er es auch voll ausschöpfen kann. Wenn ich stattdessen mit Angst und Druck arbeite, erreiche ich vielleicht kurzfristigen Erfolg, aber auf lange Sicht würde ich ihn nur aus meinem Unternehmen vertreiben.

Wenn ich ihm stattdessen zeige, was er mir wert ist, wird er auch immer wertvoll für mein Unternehmen sein.

Missgunst

Konkurrenz stachelt mich an. Ich will höher hinaus als der Rest und dafür tue ich alles. Anders wäre ich gar nicht überlebensfähig in diesem Haifischbecken. Ich muss aufpassen, dass mich niemand von meinen Mitarbeitern überholen kann. Also warte ich darauf, dass sie Fehler machen, denn das stärkt meine Position. Das ist auch das, was ich am besten beherrsche, weshalb ich auch die fetteste Karre fahre.

So nicht. Konkurrenzkampf ist zwar gut, aber nichts, was ich mit meinen Mitarbeitern austragen muss und schon gar nicht vor dem Kunden. Er muss es sein, der davon profitiert, dass ich mich mit meinem Handwerksunternehmen gegen andere behaupten will. Das kann natürlich auch in Form einer Kooperation sein, nur muss ich dazu auch bereit sein.

Unmäßigkeit

Es geht immer noch mehr!

Dann machen meine Mitarbeiter eben später Feierabend.

Wenn sie nicht schneller arbeiten, ist es ihr Problem. Dann müssen sie eben am Wochenende auch auf die Baustelle kommen. Ich will mehr Einsatz sehen!

Das ist grundverkehrt. Jedes Projekt braucht eine saubere Vorbereitung, die eben auch Zeit in Anspruch nimmt. Aber dadurch kann ich meine Baustellen dann auch gut planen und kalkulieren. Das heißt, ich muss meine Mitarbeite gar nicht hetzen, wenn ich mit meinen Projekten sowieso im Zeitplan bin, für den ich letztlich verantwortlich bin und nicht meine Mitarbeiter.

Trägheit

Mein Kalender platzt aus allen Nähten, weil ich auf allen Hochzeiten tanze. Das kommt davon, dass ich mir keine Prioritäten setze. Obwohl ich das eine tue, kann ich das andere nicht lassen.

Großer Fehler. Denn wenn ich mich nicht auf die wichtigen Dinge meines Handwerksunternehmens konzentrieren kann, verschwende ich eine Menge Energie und Zeit. Aber die brauche ich hier, in meinem Unternehmen, weil ich viel zu organisieren habe und wissen muss, welche Schritte in welcher Reihenfolge anzugehen sind. Ich trenne also das Wichtige von dem Unwichtigen.

Unkeuschheit

Ich weiß, worauf meine Mitarbeiter Wert legen und was sie hören wollen, denn ich bin das Fähnchen im Wind. Wenn ich einen Mitarbeiter stark rede, heißt das nicht, dass ich ihn vor einem anderen nicht schlecht dastehen lassen könnte. Mich zu verstellen, fällt mir schließlich leicht.

Die falschen Stärken, denn ein Handwerksunternehmen zu führen, heißt vor allem, Orientierung zu schaffen. Und das geht nur, wenn ich für Klarheit sorge. Verstelle ich mich, gehe ich zwar Konflikten mit meinen Mitarbeitern vorerst aus dem Weg, aber im Endeffekt laufe ich doch rückgratlos über die Baustelle.

Irgendwann würde mich das, was ich meinen Mitarbeitern vormache, sowieso einholen.

 

Sicher kommt es vor, dass ich als Handwerksunternehmer die ein oder andere Sünde streife, aber solange sie nicht an mir kleben bleibt, ist es auch kein Grund zur Sorge.

Es reicht, wenn ich mich von Zeit zu Zeit hinterfrage, um diesen 7 Sünden aus dem Weg zu gehen.