Angst vor Veränderung im Handwerk 4 Mittel dagegen

Angst vor Veränderung – 4 Mittel dagegen

„Aber das habe ich immer so gemacht.“

Was steckt hinter diesem Satz?

Der innere Schweinehund, der Veränderungen kategorisch ablehnt?

Ja. Genau der.

Aber die gute Nachricht ist:

Ich habe 4 Methoden herausgefunden, die mir dabei geholfen haben, die notwendigen Veränderungen in meinem Handwerksunternehmen einzuläuten.

 

  1. Ich musste begreifen, dass es ohne Veränderungen nicht geht

Veränderungen sind etwas Normales, gerade im Handwerk, weil ein Unternehmen nun mal nicht stillsteht. Also bin ich gezwungen, mich dem anzupassen, was das Handwerk vorgibt. Denn ich will konkurrenzfähig bleiben.

Damals hatte ich auch meinen Plan, aber er konnte nicht auf ewig funktionieren. Ich musste die Prozesse in meinem Handwerksunternehmen hinterfragen. Sicher fiel mir das schwer, weil ich glaubte, sie wären perfekt. Aber die Kalkulation sagte etwas anderes…

Prozesse muss ich immer wieder anpassen, denn dafür sind sie gemacht.

Weil ich das verstanden hatte, fiel es mir leichter, die Struktur, Organisation und Abwicklung meines Unternehmens umzustellen.

 

  1. Ich musste wissen, wie meine Baustellen laufen

Wenn ich nicht weiß, was meine Mitarbeiter auf der Baustelle veranstalten, habe ich doch keinen Plan, wo ich den Hebel ansetzen muss.

Das machte mich nervös. Denn wenn ich etwas ändern wollte, wüsste ich nicht, ob meine Mitarbeiter das auch so umsetzen würden.

Ich musste für mehr Transparenz sorgen. Sodass meine Mitarbeiter und ich immer im Blick haben, welche Aufgaben auf der Baustelle erledigt worden sind und welche noch vor uns liegen.

Ich wollte den Baustellenfortschritt festhalten und für alle zu jeder Zeit sichtbar machen.

Das war auch der Gedanke hinter der Projektansicht. Schließlich wollte ich meinen Mitarbeitern nicht ständig im Nacken sitzen. Also musste ich ihre Arbeitsschritte irgendwie festhalten, sodass ich sie auch vom Büro aus einsehen könnte.

Das lief über viele Gespräche mit meinen Jungs. Denn ihre Meinung zählt für mich enorm. Außerdem hatten sie Ideen, auf die ich nie gekommen wäre. Sie wollten, dass ich sehe, was sie für mich leisten. Das war ihre Motivation. Sie beseitigten auch meine letzten Zweifel, denn sie waren für die Veränderung.

  1. Ich musste mir Ziele setzen

Änderungen sind unangenehm, aber Erfolge fühlen sich unglaublich gut an. Bevor ich also die Abläufe in meinem Handwerksunternehmen geändert habe, musste ich mich fragen, was diese Änderung bewirken sollte. Dadurch habe ich den Erfolg mehr oder weniger messbar gemacht.

Ich wollte nicht mehr, dass Baustellen sich verzögern. Dazu musste ich mein Team wirkungsvoller und effizienter machen.

Durch Checklisten, die Material- und Werkzeuglisten beinhalten und bei denen ein Arbeitsschritt abgehakt werden muss, bevor es an die nächste Aufgabe geht, hatten meine Mitarbeiter alle nötigen Informationen. Und auch die notwendigen Kompetenzen.

Diese neue Effizienz konnte ich allein dadurch feststellen, dass wir durch die Checklisten weniger Leerfahrten hatten und Projekte teilweise 5-Mal schneller als vorher abgeschlossen.

Am Ende stand der Kunde vor uns, der uns so für die Leistung gelobt hat, dass es mir schon unangenehm war. Aber ich hatte mein Ziel erreicht.

 

  1. Immer einen zweiten Plan in der Tasche haben

Es ist schon oft passiert, dass ich ein Ziel nicht erreicht habe. Dann habe ich aber nicht gleich den Kopf in den Sand gesteckt. Es gibt ja immer noch einen Plan B.

Wenn eine Änderung nichts gebracht hat, habe ich mir überlegt: Was wäre, wenn ich…

Das hat mir die nötige Sicherheit verschafft, die Neuerungen auch wirklich umzusetzen. Denn ich wusste, dass ich so immer auf einen möglichen Fehler in der Baustellenplanung reagieren könnte. Oft war es auch so, dass Plan B eigentlich nur ein Informations-Teilchen war, dass mir im ursprünglichen Plan noch gefehlt hat.

Dadurch konnte ich Prozesse verfeinern, die ich später intuitiv mit meinem Team übernommen habe. Das ging nur, weil ich es einfach riskiert habe, ohne zu sehr an die Konsequenzen zu denken, falls ich scheitern sollte. Dadurch weiß ich aber auch, was funktioniert und was nicht. Hieraus konnte ich mit meinem Team eine Menge Selbstvertrauen ziehen.

 

Fazit:

Veränderungen im Handwerksunternehmen machen jeden Kontrollfreak nervös. Aber wenn ich erfolgreich sein und es auch bleiben will, muss ich die alten Wege verlassen.

Erfolge von damals helfen mir heute nicht weiter.

Das schaffen nur Änderungen, die Abläufe in meinem Unternehmen verbessern und meine Mitarbeiter leistungsfähiger machen. Aber diese Veränderung beginnt bei mir, dem Handwerksunternehmer.