Leader frisst Boss Handwerksunternehmer – Teil 1

Leader frisst Boss – Teil 1

Damals wollte ich mir von niemandem vorschreiben lassen, wie ich mein Handwerksunternehmen zu führen habe. Schließlich hatte ich in meinem Unternehmen das Sagen – der große Boss sozusagen – was ich immer als Schutzschild vor mich hielt. Doch irgendwann war er gebrochen, als es mit den Mitarbeitern einfach nicht so lief, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Gibt es vielleicht doch einen Unterschied zwischen Boss und Leader sein?

Schlechte Mitarbeiterführung im Handwerk

Eigentlich wollte ich nie wie so ein typischer Herrscher vor meinen Mitarbeitern auftreten, aber unbewusst tat ich es doch.

Was ich sagte, war Gesetz.

Ich verlangte also von meinen Mitarbeitern, (das konnte auch mal ziemlich laut sein) genau das auf den Baustellen zu tun, was ich bestimme und nicht anders. Und vor allem ohne Widerrede.

Ich meine, im Kern ist das auch nicht falsch, nur muss ich es dann anders verpacken bzw. auch auf meine Mitarbeiter eingehen und nachfragen, ob ich ihnen die Aufgaben auch so vermittelt habe, dass sie wissen, was zu tun ist.

Und ich muss ihnen als derjenige, der für sie verantwortlich ist, das Gefühl geben, Fehler machen und Fragen stellen zu dürfen.

Ganz wichtig: Ich muss meine Mitarbeiter mitnehmen, statt sie sich selbst zu überlassen. Sie müssen mit mir reden, statt aus Angst vor Konsequenzen zu schweigen. Denn im Endeffekt bin ich ja Teil dieses Teams und habe die Aufgabe, meine Mitarbeiter zu der bestmöglichen Leistung zu bringen, die in ihnen steckt.

Aber ich muss auch wissen, wie ich das erreichen kann, was mich wieder zum Thema Führungs-Kompetenz bringt und zu der Frage:

Bin ich Boss oder Leader?

Der Boss-Typ steht also für schlechte Mitarbeiterführung im Handwerk, worauf ich etwas genauer eingehen will:

  • Er schüchtert seine Mitarbeiter ein, um seine Rolle als Chef zu stärken. Er fordert immer Respekt, ist aber nicht bereit, sich diesen zu verdienen.
  • Der Boss ist ein echter Kontrollfreak. Er verfolgt seine Mitarbeiter auf Schritt und Tritt. Kritik und Strafen sind seine Mittel, um schwache Leistungen seiner Mitarbeiter zu quittieren.
  • Er sieht es nicht ein, auf Vorschläge seiner Mitarbeiter zu reagieren. Er verlangt, dass die Arbeit erledigt wird, und das ohne dämliche Fragen.
  • Hinter seinen Befehlen steht immer ein „Muss“, weil er nicht bereit ist, Einwände zu akzeptieren. Gerät das Projekt in Gefahr, macht er seine Mitarbeiter zur Sau.
  • Der Boss entscheidet lediglich. Denn er macht sich die Hände nicht schmutzig, dafür hat er seine Mitarbeiter. Er reagiert nur, statt möglichen Problemen auf den Baustellen z.B. durch gute Planung vorzubeugen. Außerdem ist er alles andere als ein Ansprechpartner für seine Mitarbeiter. Diese müssen Probleme für sich behalten, was jedes Projekt in Gefahr bringt.

Bis hierhin sieht es schlecht aus für den Boss…

  • Er verlangt von seinen Mitarbeitern, für die Arbeit auf alles andere zu verzichten, wenn es sein muss. Keine Ausreden, egal ob Tag oder Nacht: Es wird gearbeitet!
  • Ziele müssen erreicht werden, egal wie. Ändert sich seine Stimmung, tun es auch die Unternehmensziele. Verwirrte Mitarbeiter sind die Konsequenz. Statt Fragen zu stellen, sind die Mitarbeiter frustriert und auf sich allein gestellt, was zu einem Riesendurcheinander auf den Baustellen führt.
  • Der Boss hat immer Recht, und kein Mitarbeiter darf das offen hinterfragen. Glückliche oder erfolgreiche Mitarbeiter sind ihm fremd, weil er nicht bereit ist, seinen Führungsstil anzupassen bzw. das dafür Nötige zu lernen.

 

 

 

Heute habe ich dir den „Boss“ vorgestellt, der das schlechte Beispiel eines Handwerksunternehmers ist. Auch wenn ein bisschen Boss in jedem von uns steckt. Wichtig ist, dass der Leader in mir als Handwerksunternehmer überwiegt.

 

Was der „Leader“ besser macht?

 

Das liest du im nächsten Teil von „Leader frisst Boss“