Fachkräftemangel im Handwerk

Fachkräftemangel im Handwerk – für mich kein Thema (mehr)

Hilflos. Ich denke, das beschreibt es ganz gut. Damals hatte ich wohl alles, nur keine Ahnung, wie ich dafür sorgen kann, dass Mitarbeiter für mich arbeiten wollen. Ich weiß gar nicht, was ich in meiner Verzweiflung alles versucht habe, aber viel wichtiger war es, mir einzugestehen, dass ich es nicht allein schaffen kann. Die wenigen Fachkräfte, die frei herumlaufen, werden von den großen Firmen geködert, bevor ich überhaupt nur in deren Nähe kommen könnte – Das war meine Situation. Und die Tatsache, dass sich immer weniger junge Menschen für einen Beruf im Handwerk entscheiden, machte es nicht gerade besser…

Zeit für neue Ideen

Der Klassiker: Du schreibst als Unternehmer eine Stellenanzeige aus und wenn es gut läuft, kannst du auf einen Haufen von Bewerbungen blicken, aus dem du dir nur die besten herausziehst. Tja, so war es mal. Heute ist es der Mitarbeiter, den es für sich zu gewinnen gilt und nicht umgekehrt. Also gilt es, das Unternehmen so in Stellung zu bringen, dass es sich von allen anderen abhebt, schließlich soll der Bewerber sich für mein Unternehmen entscheiden.

Also klopfte ich alles ab:

  • Das Team: Was macht mein Team besonders? Wie ist die Stimmung im Team? Wie werden neue Mitarbeiter aufgenommen?
  • Effizienz: Wie sah es bei mir und meinem Team aus? Gab es etwas, was uns ausgebremst hat?
  • Gehalt: Sind die Mitarbeiter mit der Bezahlung zufrieden? Bezahle ich branchenüblich?
  • Arbeitszeiten: Wie starr sind unsere Arbeitszeitmodelle und wie viel Spielräume gewähre ich meinen Mitarbeitern?
  • Sonstiges: Was bietet mein Betrieb dem Mitarbeiter noch zusätzlich? Gibt es Möglichkeiten zur Weiterbildung? Betriebliche Sport- oder Entspannungsangebote? etc.

Mir war bewusst, dass dies die Stellschrauben sind, die über Sein oder Nichtsein entscheiden. Aber man muss vor allem ehrlich zu sich selber sein und ehrlich zum Bewerber: Denn leere Versprechen in der Stellenausschreibung bringen dem Bewerber nichts, und mir als Unternehmer noch weniger. Hat er den Schwindel einmal erkannt, ist er sowieso weg. Übrigens musste ich auch an die Mitarbeiter denken, die sich bereits in meinem Unternehmen bewährt hatten, denn ich wollte sie nicht verlieren. Also musste ich mich herausfinden: Wie verhindere ich Abwanderungsgedanken unter meinen besten Mitarbeitern? Und noch wichtiger: Was kann ich für sie tun, dass sie sich mit meinem Betrieb dauerhaft identifizieren?

Mitarbeitergewinnung – bei den eigenen Leuten anfangen

Eigentlich die naheliegendste Sache: ich erzählte meinen Mitarbeitern, dass ich vorhabe, jemanden einzustellen. Es war gut möglich, dass die Mitarbeiter Leute kannten, die auf der Suche nach einem neuen Job sind und den Anforderungen in unserem Team gewachsen waren.

Eine weitere Idee kam mir: Unsere Firmenfahrzeuge sind täglich in der ganzen Region unterwegs. Das sind doch die besten Werbeanzeigen. Mitarbeiter gesucht! Wer wusste schon, wie viele Handwerker dadurch auf uns aufmerksam werden.

Der richtige Webauftritt um Mitarbeiter zu gewinnen

Heutzutage wird man über eine Zeitungsanzeige wohl kaum noch junge Mitarbeiter erreichen. Bei der Suche nach neuen Talenten muss ich das Internet bemühen. Das heißt für mich als Handwerksunternehmer, mich auf der eigenen Website so gut wie möglich zu präsentieren.

Ich muss auf meiner Website zeigen, warum sich der potenzielle Bewerber genau für mich und mein Team entscheiden soll. Dazu muss ich ihm zeigen, wer hinter dem Firmennamen steckt und wer Teil des Teams ist. In Texten und Bildern sollte ich versuchen, so viel wie möglich über das Unternehmen, die Arbeit und das Team zu zeigen. Ich kann hier auch meine eigenen Mitarbeiter bitten, Beiträge (natürlich nur positive) zum Betrieb zu verfassen. Man darf der eigenen Website gar nicht wenig Aufmerksamkeit schenken, schließlich ist sie das digitale Schaufenster für meinen Betrieb und hier muss ich mich als attraktiver Arbeitgeber verkaufen.

Fachkräfte finden mit Facebook und Co.

Ein gutes Image ist heute der Garant, um im Kampf um Fachkräfte bestehen zu können. Und dabei können soziale Netzwerke sehr helfen. Mit authentischen Inhalten wie Mitarbeiter- oder Unternehmensvideos kann man sehr glaubwürdig Werbung in eigener Sache machen. Alles was man tun muss, ist starten! Ein kostenloses Profil erstellen, die Zielgruppe definieren und auf der Plattform finden und sie mit Fotos, Videos und Beiträgen überzeugen. Das können beispielsweise Infos zum Betrieb, zur Branche ebenso wie Jobangebote sein. Idealerweise setzt man einen Link zur eigenen Web- oder Karriereseite.

Fazit:

All diese Überlegungen und Strategien habe ich für meinen Betrieb mittlerweile umgesetzt und ich muss sagen, Mangel an Nachwuchshandwerkern und Fachkräften sind für unser Team kein Thema mehr. Durch das Hinterfragen der bestehenden Strukturen habe ich auch die Zufriedenheit der „alten“ Mitarbeiter deutlich steigern können. Mein Team und ich blicken positiv in die Zukunft!

Christoph Baum
Christoph Baum

"Ich habe mir das Ziel gesetzt im Handwerk etwas zu bewegen"
Christoph Baum, Malermeister, Handwerkercoach und Experte für Digitalisierung im Handwerk

Habe ich dein Interesse geweckt?

Dann teste JETZT Novus GO 14 Tage kostenlos! Ich unterstütze dich bei der Digitalisierung deines Handwerkunternehmens. Gemeinsam schaffen wir es, dein Unternehmen fit für die digitale Zukunft zu machen!